Nemitzer Heide

ausgedehnte Heidelandschaft


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Im Südosten der Gemeinde Trebel ist auf sandigen, schwachwelligen Dünen eine abwechslungsreiche Heidelandschaft entstanden, die Nemitzer Heide.

Entstanden ist sie durch einen Großbrand im Jahre 1975. Grosse Teile des Gartower Forstes wurden vernichtet. Der Wald um Nemitz herum wurde durch die Katastrophe fast vollständig zerstört. Die Feuerwalze fraß sich von Gedelitz in südliche Richtung bis Nemitz und Prezelle und vernichtete etwa 2000 Hektar Wald. Auf dieser Fläche ist die 400 Hektar große Nemitzer Heide entstanden.

Durch Ausgleichsmaßnahmen ist die Heidefläche in den letzten Jahren noch gewachsen und umfasst heute etwa 550 Hektar. Im Jahr 2019 wurde sie zum Naturschutzgebiet erklärt.

Ein großes lila Blütenmeer bietet sich den Wanderern und Spaziergängern im Spätsommer. Hier in der Nemitzer Heide haben sich auf dem hellen Pudersand entlang der leichten Dünenlandschaft einzelne ausladende Kiefern, Wacholder und Birken angesiedelt. Eine abwechslungsreiche Heidelandschaft hat sich über die Jahre entwickelt. Auf vielen befestigten Wanderwegen kann die Heide durchwandert werden. Eine Schutzhütte bietet bei Regen Unterschlupf. Die Holzbänke auf den Hügeln bieten einen schönen Ausblick beim Picknicken und Verweilen.
Der Schäfer mit seiner Heidschnucken-Herde zieht über die Heideflächen und sorgt für die Pflege der Heide. Nur durch die ständige Beweidung wird verhindert, dass Kiefern- und Birkenbäumchen die Heidelandschaft verdrängen. Das Beweiden sorgt auch dafür, dass die Heide viele Blüten bildet und sich stetig verjüngt. Schön ist es es anzusehen, wenn die Hüte-Hunde die Herde zusammentreiben. Eine Ziegen-Großfamilie begleitet die Schafherde mit dem Schäfer. Zwei Schafställe bieten der Herde und besonders den Lämmern Schutz.

ein lila Blütenmeer
Heideblüte 2020

Die Nemitzer Heide wurde ein Lebensraum und Rückzugsort für viele Tiere. Die Heidelerche, der Ziegenmelker, das Schwarzkehlchen und der Brachpieper haben hier ihren Liebensraum gefunden. Auch Insekten, die auf der roten Liste bereits als gefährdet geführt werden, sind hier anzutreffen. Ebenso Zaun- und Waldeidechsen, Schlingnatter und das Kleine Nachtpfauenauge nutzen die offene Landschaft.
In und um Trebel sind viele Vögel zu beobachten, die anderswo längst verschwunden sind: Kraniche im Bruch, Milane über dem Dorf, singende Nachtigallen am Dorfrand, Neuntöter und Sperbergrasmücke in der Feldmark, sowie den Ortolan an der Straßenallee.

Der Ortolan ist eine seltene, wärmeliebende Vogelart, die sich in Niedersachsen fast ganz auf den östlichen Zipfel zurückgezogen hat. Die hier lebende Population zeichnet sich sodurch einen eigenen Dialekt aus – den Wendland-Dialekt. Überdies fand das Lied des Ortolans Aufnahme in die klassische Musik. Kein geringerer als Ludwig van Beethoven nahm es zum Vorbild für den Beginn seiner bekannten 5. Symphonie in c-moll, Opus 67. Der Ortolan mag trockene Landschaften, auch Gebiete mit Mais, Raps, Kartoffeln, Getreideanbau oder Heidelandschaft. Ideal ist der Lebensraum, wenn einzelne Solitärbäume, kleine Gehölze oder Waldränder über die Landschaft erhöhte Singwarten abgeben.

Seltene Spinne: die Rote Röhrenspinne


Auch die Rote Röhrenspinne ist in der Nemitzer Heide (Eresus cinnaberinus) heimisch. Sie lebt in einer schräg in den Erdboden hinabführenden Röhre, die mit Gespinst ausgekleidet ist. Die geschlechtsreifen Männchen findet man im August / September im Sand herumlaufen. Dabei treffen sie eher zufällig auf das Netz eines Weibchens. Die beiden leben dann zusammen und fressen gemeinsam an der im Netz gefangenen Beute. Die Spinne wurde am 8. September 2016 von Wolfram Hanoldt fotografiert.

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